Definition und Erläuterung von Fachbegriffen

Im Glossar finden sich wichtige Begriffe mit einer kurzen Erklärung.

Mischtechnik
Hier können sich Materialien, die sonst alleine zur Fertigstellung eines Bildes gebraucht werden, vereint oder auch vermischt werden. Der Untergrund, wie z. B. Pappe, Papier oder Holz bleibt dem Künstler überlassen und richtet sich unter anderem nach den aufzutragenden Materialien. Der Künstler entscheidet hier ganz alleine. Der Vorteil solcher Arbeiten ermöglicht dem Künstler durch das Mischen oder Aneinanderreihen verschiedener Substanzen außergewöhnliche Strukturen, die dann evtl. farbliche sowie auch förmliche Eigenschaften entstehen zu lassen. Gewollte oder ungewollte Kontraste können hier für die Arbeit entstehen, zum Beispiel Materialien die sich abstoßen oder vermischen.
Graphik

  1. Blätter mit der Bezeichnung E. A. oder Epreuve d’Artiste: Diese oft fälschlich als Probedrucke bezeichneten Abzüge sind hier Drucke vor der Auflage zu nennen, die der Künstler für den eigenen Gebrauch herstellt. Üblicherweise sind das bis zu 25 Stück. Üblich ist auch die Bezeichnung „h. c.“ (hors de commerce).
  2. Probedrucke: Diese auch Epreuve d’Etat genannten Abzüge sind Zustandsdrucke vor der Fertigstellung der Druckform, die der Künstler während seiner Arbeit zur Kontrolle herstellt. Kennzeichnend sind die unfertigen Teile des Bildes. Solche Objekte sind selbstverständlich sehr selten und, je älter und berühmter der Künstler, desto begehrter.
  3. Arbeitszustände von der fertigen Platte (Etats): Die Radierung eignet sich dafür, dass der Künstler nach dem ersten Druck an der Platte weiterarbeitet; er kann abdecken, nachätzen, mit der kalten Nadel weiterarbeiten oder – wie es Rembrandt bei fast allen seinen Werken in der Radierung getan hat – neue Partien einfügen und bereits bestehende weglassen.

Originaldrucke

  1. Es ist das ausschließliche Recht des Künstlers, die definitive Auflagenzahl jedes seiner graphischen Werke in den verschiedenen Techniken, wie Kupferstich, Radierung, Lithographie usw., festzulegen.
  2. Jeder Druck muss, um als Original betrachtet werden zu können, die Signatur des Künstlers tragen sowie eine Angabe hinsichtlich der Auflage und der Seriennummer des einzelnen Drucks aufweisen
  3. Die oben genannten Prinzipien beziehen sich auf graphische Arbeiten, d.h. auf Drucke, welche der Künstler auf einer Originalplatte herstellte, den Holzblockschnitt, den Stein oder ein entsprechendes anderes Material bearbeitete. Werke, die diese Bedingungen nicht erfüllen, müssen als Reproduktion angesehen werden.

Original und Reproduktion
Original nennen wir in der Kunst eine Eigenschaft: Sie bezeichnet die Echtheit eines Werks – ein Künstler hat es eigenhändig von der Idee bis zur fertigen Realisierung geschaffen, es entstammt also (lat. origo = Ursprung, Herkunft) nur ihm; es ist nicht Kopie, kann aber sehr wohl Replik, d.h. eigenhändige Wiederholung sein. Nicht das Einzigartige, nicht die Zahl, sondern die Authentizität entscheidet. Man muss solche Fragen der Originalität von jener „Originalität“ sehr wohl unterscheiden, bei der es um das Eigenartige im Sinne von Neuartigkeit geht; die Eigenschaft der letzteren heißt „originell“, nicht “original“.

Tiefdruck
Mit dem Tiefdruckverfahren versteht man alle jene Verfahren, bei denen Abdrucke von einer Platte (Kupfer/Stahl) zustande kommen.

Dies geschieht in linien-, punkt- und flächenartigen Vertiefungen, die man auf einer polierten Metallplatte herstellt. Diese Vertiefungen wiederum werden mit Druckfarbe gefüllt, aufgelegtes Büttenpapier wird durch Aufpressen in die Vertiefungen gezwungen.

Also, nimmt man eine unbearbeitete Platte, wischt sie mit Druckfarbe aus und lässt sie durch die Presse gehen, erhält man einen Blindendruck (Aufrage). Bearbeitet man aber die Platte durch Kratzen, Stechen oder Ätzen und überzieht (Einfärben) das ganze mit Druckschwärze, wischt die Platte sorgfältig aus, so füllt die Druckfarbe nur die Vertiefungen und flächenartige Partien der Platte. Diese sind dann der sichtbare Druck.

Dieses Verfahren erfordert jahrelange Erfahrung und großes handwerkliches Können.

Vielfältig aber ist die Art und Weise, wie die erforderlichen Vertiefungen in die Platte gebracht werden. Zum Beispiel:

  • Kupferstich
  • Strichätzung
  • Kaltnadel
  • Vernis mou
  • Aquatinta
  • Schabkunst
  • Punktiermanier
  • Reservage
  • Aussprengverfahren
  • Tiefenätzung